Die Werbebranche hat sich entschieden gegen Apples App-Tracking-System, das App Tracking Transparency Framework, ausgesprochen und fordert ein Eingreifen der Wettbewerbsaufsicht. Dieses System, das im Jahr zweitausend einführt wurde, verlangt von Apps, dass sie Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis bitten, bevor sie deren Aktivitäten über verschiedene Apps und Websites hinweg verfolgen dürfen. Wenn Nutzer diese Erlaubnis verweigern, erhalten App-Anbieter keinen Zugriff auf wichtige werberelevante Daten. Branchenvertreter argumentieren, dass diese zusätzliche Abfrage zu erheblich niedrigeren Zustimmungsraten führt und somit die Werbeumsätze stark beeinträchtigt. Das Bundeskartellamt hat bereits im Jahr zweitausend zweiundzwanzig ein formales Verfahren eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße zu untersuchen. In einer vorläufigen Bewertung aus dem Jahr zweitausendfünf äußerte die Behörde den Verdacht, dass Apple seine Kontrolle über das iOS-Ökosystem nutzen könnte, um Wettbewerber im mobilen Werbemarkt zu benachteiligen. Die Branche fordert eine klare kartellrechtliche Entscheidung und mögliche Sanktionen gegen Apple, da die vorgeschlagenen Änderungen nicht ausreichen, um die grundlegenden Wettbewerbsprobleme zu lösen. Apple hingegen verteidigt sein System als wichtiges Instrument zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts könnte erhebliche Auswirkungen auf den mobilen Werbemarkt sowie die Regulierung großer Plattformen in Europa haben.