Die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken, kurz KFC, präsentiert sich in Deutschland als Vorreiter im Bereich Tierschutz und wirbt mit hohen Standards sowie freiwilligen Verpflichtungen in über zweihundert Restaurants. Doch undercover durchgeführte Recherchen zeigen erhebliche Missstände in den Zulieferbetrieben, die das Vertrauen in diese Werbung erschüttern. Die Aufnahmen dokumentieren überfüllte Ställe, verletzte oder tote Tiere und gravierende Hygienemängel, was die Glaubwürdigkeit der Markenkommunikation infrage stellt. Besonders betroffen sind Betriebe der Initiative Tierwohl, deren Fleisch unter Haltungsstufe zwei vermarktet wird. Behörden haben in einigen Fällen Straftatbestände geprüft und Auflagen sowie Zwangsgelder verhängt. Obwohl die Initiative Tierwohl mit Sperren und Verfahren reagierte, erhielten einige Betriebe ihr Label nach kurzer Zeit zurück, trotz der festgestellten Mängel. Zudem dokumentierten Aktivisten Missstände in der Schweinemast, während Produkte aus diesen Betrieben im Lebensmitteleinzelhandel angeboten werden, oft beworben mit höheren Haltungsstufen. Das geplante staatliche Tierhaltungskennzeichen wird voraussichtlich erst im Jahr zweitausend siebenundzwanzig eingeführt.