Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass Edeka Verbraucher mit der Werbung für angeblich nachhaltiges Palmöl täuscht. Betroffen sind Produkte der Eigenmarke „Gut & Günstig“, die mit dem RSPO-Siegel beworben werden. Das Gericht stellte fest, dass Edeka die konkreten Standards des Round Table on Sustainable Palm Oil nicht klar und leicht zugänglich kommuniziert. Dies verstößt gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Die Organisation foodwatch und das European Center for Constitutional and Human Rights sehen in diesem Urteil einen wichtigen Schritt für den Verbraucherschutz. Sie kritisieren jedoch, dass das Gericht nicht überprüfte, ob das Palmöl tatsächlich nachhaltig produziert wird. Berichte über Menschenrechtsverletzungen, Landrechtskonflikte und Umweltprobleme in der Lieferkette bei NaturAceites in Guatemala werfen Fragen auf. Edeka ist verpflichtet, Menschenrechtsrisiken aktiv zu verhindern oder zu minimieren. Trotz Kenntnis der Missstände seit zwei Tausend neunzehn setzt Edeka weiterhin auf RSPO-Zertifikate, anstatt wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Das Urteil verdeutlicht, dass Nachhaltigkeitssiegel allein nicht ausreichen und Unternehmen Transparenz sowie Verantwortung übernehmen müssen.