Die Stadt München hat einen Score für Digitale Souveränität, kurz SDS, entwickelt, um die Unabhängigkeit ihrer städtischen IT-Services zu bewerten. Dieser Score orientiert sich am Nutri-Score und kennzeichnet IT-Systeme nach ihrer Abhängigkeit von bestimmten Anbietern und ausländischen Rechtsräumen. Im Rahmen einer Analyse wurden über zweitausend siebenhundert städtische Anwendungsservices getestet, wobei ein Drittel als besonders kritisch eingestuft wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Dienste die höchsten SDS-Stufen eins und zwei erreichen, während nur ein kleiner Anteil die kritischsten Stufen vier und fünf erreicht. Die Bewertung berücksichtigt nicht nur technische, sondern auch rechtliche und organisatorische Risiken. Dr. Laura Dornheim, die IT-Referentin der Stadt, hebt hervor, dass die Messung eine gezielte Verbesserung ermöglicht. Der SDS soll künftig in Ausschreibungen und IT-Prozesse integriert werden, um Lock-in-Situationen zu vermeiden. Diese Initiative reiht sich in einen europäischen Trend ein, der die IT-Unabhängigkeit öffentlicher Institutionen fördert. München verfolgt dabei einen klaren Ansatz: zuerst messen und dann gezielt verbessern.