Spanien plant ein umfassendes Verbot von sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter sechzehn Jahren, um sie vor Hassrede, Desinformation und Gesundheitsrisiken zu schützen. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte an, den Zugang zu diesen Plattformen gesetzlich zu untersagen und Anbieter dazu zu verpflichten, effektive Altersverifikationssysteme einzuführen. Das Ziel ist es, Minderjährige vor den Gefahren des „digitalen Wilden Westens“ zu bewahren. Inspiration für diese Maßnahme kommt aus Australien, wo seit Dezember zweitausendfünfundzwanzig bestimmte Internet-Plattformen für unter sechzehn-Jährige verboten sind. Auch andere Länder, darunter Dänemark, Griechenland, Italien, Norwegen und Großbritannien, ziehen ähnliche Maßnahmen in Betracht. Der französische Präsident Emmanuel Macron unterstützt die Initiative und betont die Bedeutung des Schutzes der körperlichen und seelischen Gesundheit junger Menschen. Der geplante Gesetzentwurf wird in der kommenden Woche vorgestellt und sieht vor, Führungskräfte von Social-Media-Unternehmen stärker zur Verantwortung zu ziehen. Diese sollen künftig für illegale Inhalte, Hassrede sowie algorithmische Manipulation haftbar gemacht werden können. Auch strafrechtliche Konsequenzen sind im Gespräch. Die Staatsanwaltschaft wird prüfen, ob Plattformen wie X, TikTok und Instagram gegen geltendes Recht verstoßen.