Ein bevorstehendes Social-Media-Verbot für Jugendliche in mehreren europäischen Ländern könnte erhebliche Auswirkungen auf die Werbung haben. Jugendliche sind eine kaufkräftige Zielgruppe, die frühzeitig Markenpräferenzen entwickelt. Studien zeigen, dass sechzehn- bis achtzehnjährige Jugendliche über mehrere hundert Euro monatlich verfügen und Kaufentscheidungen im Haushalt beeinflussen. Daher sind sie für viele Branchen wie Beauty, Fashion, Food oder Entertainment von strategischer Bedeutung. Derzeit ist Social Media der wichtigste Medienkanal für junge Zielgruppen, jedoch ist die Werbung bereits stark reguliert. Plattformen wie Meta zeigen keine Anzeigen mehr an Personen unter achtzehn Jahren, und auch Google schränkt Werbung für viele Produktkategorien ein. Ein Verbot könnte die direkte Erreichbarkeit dieser Zielgruppe weiter verringern. Die genauen Auswirkungen auf das Kaufverhalten bleiben unklar, da das Targeting eingeschränkt ist und Altersangaben oft unzuverlässig sind. In diesem Kontext gewinnen alternative Kanäle wie Streaming, Gaming und Events an Bedeutung. Plattformen wie Netflix, Disney+ und YouTube könnten von Werbebudgets profitieren, ebenso wie Gaming-Angebote. Marken müssen sich auf einen breiten Mix aus bezahlten, eigenen und realen Touchpoints konzentrieren, um ihre Zielgruppen effektiv zu erreichen.