In einem aktuellen Experiment des Start-ups MarkeTeam.ai wurde festgestellt, dass KI-Agenten bei Bewerbungen auf Marketing-Jobs höhere Interviewquoten erzielen als menschliche Bewerber. Die KI-Agenten, die sich autonom auf mehr als dreihundert siebzig Stellen bewarben, erreichten eine Interviewquote von dreizehn Komma fünf Prozent. Dies stellt die bestehenden Hiring-Prozesse infrage, da viele Recruiting-Systeme KI nicht als nicht-menschliche Bewerber erkennen können. Das Experiment zeigt strukturelle Defizite im Recruiting auf. Aktuelle Bewerbermanagementsysteme sind auf menschliche Kandidaten ausgelegt und können mit klar gekennzeichneten KI-Agenten nicht umgehen. Zudem fehlen verbindliche Standards für Transparenz und Governance im Umgang mit KI im Arbeitsmarkt. Branchenvertreter fordern deshalb klare Regeln, um den Einsatz von KI im Recruiting nachvollziehbar zu gestalten. Mit der wachsenden Leistungsfähigkeit von KI steigt der Druck auf Unternehmen, neue Strukturen zu schaffen. Es wird eine klare Kennzeichnung sowie Instrumente für die Ressourcenplanung benötigt, um menschliche und KI-Arbeitskräfte gemeinsam abzubilden. Ohne diese Grundlagen drohen Vertrauensverlust und unkontrollierte Automatisierung. KI-Agenten sind somit bereits Teil des Marketing-Arbeitsmarktes, doch die notwendige Infrastruktur fehlt bislang.